Material Mittwoch – Mein Rucksack Teil 1

24. Juli 2019

Es ist mal wieder Zeit für den Material-Mittwoch. Die Resonanz zum IFAK war super und viele Leute wollten meinen Rucksack näher kennenlernen. Diesem Wunsch komme ich natürlich gerne nach.

Im ersten Teil der Rucksack Serie widme ich mich dem grundsätzlichen Aufbau sowie den beiden Fronttaschen.

Allgemeines

Als Rucksack benutze ich den Tasmanian Tiger RUF-Pack II. Diesen habe ich mir vor Jahren zugelegt, da der TT First Responder MKII für meine Bedürfnisse und den “täglichen” Einsatz etwas zu überdimensioniert war. Der First Responder hat jetzt andere Aufgaben, zu denen ich in einem anderen Teil des Material-Mittwochs kommen werde.

Grundsätzlich fährt der Rucksack bei mir im Fahrzeug mit und ist für mich damit fast überall greifbar. Während der Kurse oder auf dem Schiessstand ist er natürlich auch immer dabei und liegt griffbereit bei meinem Gear.

Welchen Zweck erfüllt der Rucksack?

Über Sinn und Unsinn verschiedener Ausstattung in einem Privat KFZ kann man sich sicherlich lange streiten. Ich fand den KFZ-Verbandkasten aber schon lange unzweckmäßig. Mit steigender Erfahrung im Rettungsdienst entscheid ich für mich, ein paar zusätzliche Materialien vorzuhalten. Spätestens seitdem ich Kurse im Outdoorbereich und unter taktischen Bedingungen gebe und mich auch öfters auf Schiessständen herumtreibe, ist es nicht nur ein gutes Gefühl dieses Material griffbereit zu haben, es wurde auch schon oft gebraucht.

Wichtig war mir dabei immer, das der Rucksack lediglich eine Erstversorgung garantieren soll, und das sowohl unter taktischen Bedingungen wie auch bei Alltagsbagatellverletzungen und bei möglichen Internistischen Notfällen im Privatbereich. Das macht die Aufteilung und die Ausstattung teilweise etwas schwierig, aber ich denke ich habe da einen guten Mittelweg gefunden

Der Aufbau

Der Rucksack ist grundsätzlich in ein Hauptfach und zwei Frontfächer aufgeteilt. Im Hauptfach befinden sich insgesamt vier Modultaschen, die mit einer durchsichtigen Front ausgestattet und durch Klett am Rucksack gehalten werden. Die Fronttaschen sind beide gleich gross und unterschiedlich ausgestattet. Während die obere eher für größere Materialien gedacht ist und ein Netzfach (z.B. für Handschuhe) hat, ist die untere mit vielen kleineren Fächern und Gummischlaufen zur Aufnahme vieler verschiedener Utensilien ausgestattet. Auf den Fronttaschen sind ist Molle vernäht, bei mit wird es zur Aufnahme von Knicklichtern (oberes Frontfach) und Tourniquets (unteres Frontfach) genutzt. Ebenfalls befinden sich auf den Taschen Klettflächen für die üblichen Kennzeichnungen und Patches.

Das untere Frontfach (Trauma)

Wie der Name schon sagt, benutze ich das untere Frontfach für die Erstversorgung von penetrierenden Traumata. Dabei ist für mich der leichte Zugriff und die feste Fixierung des Materials wichtig, sodass auch im Stress beim öffnen alles an seinem Platz bleibt und nicht komplett über dem Patienten und im Dreck verteilt wird.

Ausstattung:

  • Tourniquets (aussen)
  • Atemwegsmanagement
  • Thoraxentlastung
  • Wundversorgung
  • Wärmeerhalt

Mit Hilfe dieses Materials soll es mir möglich sein, einem Verletzten soweit zu stabilisieren, dass bei Bedarf ein primärer Transport in eine Weiterbehandlung oder das verbringen in einen sicheren Raum möglich ist.

Das obere Frontfach (Diagnostik)

Im oberen Frontfach habe ich alles nötige für die Diagnostik und ein paar weitere Utensilien untergebracht. Sicherlich gehört eine Blutdruckmanschette und das Stethoskop nicht zu meinen primären Angriffswerkzeugen in der taktischen Medizin trotzdem habe ich mich dazu entscheiden das Material dort unterzubringen.

Wie oben schon beschrieben benutze ich den Rucksack ebenfalls für internistische Notfälle und Bagatelle (Jeder der im Rettungsdienst tätig ist und einen Freundeskreis und Nachbarschaft hat wird wissen wovon ich spreche). Dort brauch es eben doch nicht immer eine sofortige Atemwegssicherung und einen Tourniquet, sondern einfach mal jemanden der den Blutdruck kontrolliert, ein Pulsoxi an den Finger bastelt, beruhigend auf den Patienten einwirkt und entscheidet was zu veranlassen ist. Aus diesem Grund (und weil die vier Innentaschen voll waren) habe ich eben mein “oberes Gerümpelfach” eingerichtet. Hier habe ich auch zusätzliche Stifte, Dokumentationskarten und einen kleinen Vorrat Nitrilhandschuhe verstaut. Ebenfalls liegt hier die zweite komplett vorbereitete Infusion und das dazugehörige Infusionssystem.

Im Nächsten Teil geht es dann mit dem Eigentlichen Innenleben weiter. Falls Fragen oder Anregungen auftauchen, schreibt mir einfach in die Kommentare oder eine Nachricht. Ich freue mich auf Euer Feedback!