In Zeiten zunehmender Bedrohung durch Amokläufe und Terrorangriffe stehen nicht nur Behörden und Rettungsdienste vor neuen Herausforderungen. Da sich die meisten Angriffe  der jüngeren Vergangenheit gezielt auf Zivilisten richteten, sind auch dieser einem immer höheren Risiko ausgesetzt.

Doch wie würden Sie als Betroffener handeln?  Hilfe rufen und Händchen halten reicht jetzt nicht mehr aus! Stabile Seitenlage? Oder doch lieber die Füße hoch? Aber was ist wenn das noch nicht alles war und weitere Gefahren auf mich und meine Familie zu kommen? Wird vielleicht sogar noch geschossen? Und wo kommt eigentlich das ganze Blut her?

Gerade in diesen Situationen ist ein kühler Kopf nötig. Bereits 1 Liter Blutverlust kann bei Erwachsenen zu schweren körperlichen Beeinträchtigungen führen. Machen wir uns nichts vor, ein Erste Hilfe-Kasten aus dem Fahrzeug hilft jetzt auch nicht wirklich weiter. Und professionelle Hilfe wird auch nicht rechtzeitig vor Ort sein.

Aber auch abseits der Zivilisation kommen viele Menschen in Notsituationen schnell an die Grenzen Ihrer Erste-Hilfe Ausbildung. Deutsche Waldgebiete und Gebirge erfreuen sind immer beliebtere Ausflugsziele. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, als Sportler, Jäger oder auch als Waldarbeiter, passieren kann immer was.

Nur was sollten Sie jetzt tun?

Je nach Bundesland liegt die Hilfsfrist für Rettungsdienste bei bis zu 20 Minuten. Das heißt das rein theoretisch innerhalb von max. 20 Minuten im Notfall der Rettungsdienst vor Ort sein müsste. Doch ist das auch wirklich so? Zuerst einmal muss der Rettungsdienst wissen wo der Notfallort ist. Doch wie übermittelt man sicher seinen Standort? Gerade in unbekannten Gebieten ist das mehr als schwierig. Und wie soll der Rettungsdienst da hin kommen? Sollte das mit dem Standort noch gut geklappt haben, ist unter Umständen das nächste Problem aufgetreten: Die Zuwegung. Nicht selten sind Waldwege und Holzabfuhrwege durch Schranken verschlossen. Diese zu öffnen kann einen zusätzlichen Zeitverzug bringen.

Sie merken an meinen Ausführungen, das diese 20 Minuten manchmal einfach nicht zu halten sind, auch wenn der Rettungsdienst sein möglichstes gibt.

Ziel aller Trainings für Privatpersonen ist daher immer die Zeitspanne des Überlebens von ca. 5 Min. auf mind. 60 Minuten zu verlängern. Und um das zu schaffen braucht man nicht unbedingt Intensivmedizinische Fertigkeiten und Ausrüstung.